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Der Knackpunkt war die Länge des Tarifvertrags, der von den Arbeitgebern auf zwei Jahre und die Gewerkschaften auf drei Jahre verlängert werden soll. Sie einigten sich auf eine Laufzeit von zweieinhalb Jahren, die rückwirkend vom 1. Januar 2011 bis zum 30. Juni 2014 wirksam ist. Was die Verhandlungsabdeckung betrifft, so ist die Vereinbarung in der Bauindustrie eine der ältesten sektoralen Vereinbarungen in Zypern. Sie umfasst rund 40.000 Arbeitnehmer, von denen etwa 25.000 Gewerkschaftsmitglieder sind. Nach Schätzungen des MlSI-Ministeriums für Arbeitsbeziehungen ist die Verhandlungsabdeckung seit 2008 jedoch sowohl auf Branchen- als auch auf Unternehmensebene geringer, während die Gewerkschaften einen großen Teil ihrer Mitglieder verloren haben. Die Vereinbarung wurde von der MLSI und Costas Rousia, dem Vorsitzenden von OSEOK, und von Vertretern der Cyprus Building, Wood, Mine and General Workers` Trade Union (ein Mitglied der PEO) zusammen mit der Federation of Builders, Miners and Relevant Professions, die dem SEK angeschlossen ist, unterzeichnet. Die Sozialpartner in Zypern haben sich schließlich zwei Jahre nach Ablauf des vorherigen Tarifvertrags in der Bauindustrie auf Bedingungen für einen neuen Tarifvertrag geeinigt.

Nach mehreren erfolglosen Erneuerungsversuchen akzeptierten die Sozialpartner einen Vermittlungsvorschlag des Arbeitsministeriums und erzielten im Februar 2013 eine grundsätzliche Einigung. Die neue Vereinbarung sieht Maßnahmen zur Senkung der Lohnkosten und der Schwarzarbeit vor und signalisiert das Ende des Streiks, der im Januar 2012 begann. Beide Seiten betrachteten das Eingreifen der ehemaligen Ministerin für Arbeit und Sozialversicherung, Sotiroula Haralambous, als Schlüssel zur Beilegung des Streits. Der Minister war der Ansicht, dass ein grundlegendes Ziel der Vermittlungsdienste darin bestehe, einen Vorschlag vorzulegen, der die Prioritäten und Anliegen beider Seiten weitestgehend berücksichtigen würde. In diesem Zusammenhang erfüllt die Vereinbarung neben sinkenden Lohnkosten in der Branche auch die Notwendigkeit, bestimmte Mechanismen einzuführen, die zur Bekämpfung der Schwarzarbeit und des unlauteren Wettbewerbs beitragen. Es sei darauf hingewiesen, dass die Streiktätigkeit in diesem Sektor im Laufe des Jahres 2012 dramatisch zugenommen hat; insgesamt waren es 19, gegenüber vier im Jahr 2011 (CY1211039I, CY1202039I). Nach Ansicht der Branchengewerkschaften war dies auf die Unnachgiebigkeit der Arbeitgeber bei der Erneuerung des branchenweiten Tarifvertrags zurückzuführen. Vor der vorliegenden Vereinbarung hatte der Verband der Bauunternehmerverbände Zyperns (OSEOK) alle drei bisherigen Vermittlungsvorschläge des Ministeriums für Arbeit und Sozialversicherung (MLSI) abgelehnt, die von den Gewerkschaften angenommen worden waren. Am 12. Februar 2013 einigten sich die Sozialpartner im Baugewerbe nach langwierigen Beratungen sowohl in der direkten Verhandlungsphase als auch in der Vermittlungsphase auf Bedingungen für die Verlängerung des Tarifvertrags.

Die Vereinbarung wurde von den Kongressen von drei Verbänden gebilligt: der Democratic Labour Federation of Cyprus (DEOK), der Pancyprian Federation of Labour (PEO) und der Cyprus Workers` Confederation (SEK). Es gab zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen, und danach endete der am 24. Januar 2013 begonnene unbefristete Streik in der Branche am 13. Februar 2013. Der Streik gilt als der längste seit 1948. Die Sozialpartner und Vertreter von OSEOK, DEOK, PEO und SEK betrachten das Abkommen angesichts der ungünstigen Bedingungen, die durch die Finanzkrise geschaffen wurden, als nichts anderes als eine für beide Seiten akzeptable und faire Lösung. In diesem Zusammenhang betonten die Gewerkschaften, dass die Arbeitnehmer irgendwann, wenn es die Bedingungen zulassen, wieder die Leistungen verlangen werden, die sie verloren haben. Die Einführung eines speziellen Berufsausweises gilt als wichtigste Regelung des neuen Abkommens und stellt eine ständige Forderung der Arbeitnehmer in diesem Sektor dar (CY0807039I). Insbesondere wird das MLSI allen Industriearbeitern ein Beschäftigungszertifikat ausstellen, das den Beruf jedes Arbeitnehmers umfasst. Nach Ansicht der Gewerkschaften ist dies eine notwendige Voraussetzung für die Bekämpfung der Schwarzarbeit und wird auch zur Einführung von Standards für berufsqualifikationen beitragen, die für diejenigen, die in diesem Sektor arbeiten wollen, notwendig sind.